Unsere Vision

Erklärende Worte zu unserer Visionsentwicklung und neuem Perspektivsatz

Wenn man einen klaren Blick nach vorne haben möchte, ist es immer wichtig, zu schauen wo man herkommt und wo man gerade steht. Als Kirche ist uns natürlich auch besonders wichtig, was Gott über unserer Gemeinde denkt. Im Rahmen einer Vorgabe des Oberkirchenrates haben wir dazu im Jahr 2004 mit 18 Personen eine Perspektiventwicklung durchgeführt. Wir tauschten uns über mögliche Bilder und Leitbibelverse für unsere Gemeinde aus.

Daraus entstand damals folgender Perspektivsatz:
Unsere Gemeinde ist ein offenes Zuhause, in dem alle Gottes Liebe erfahren. Deshalb dienen wir einander und unseren Mitmenschen durch unsere Gaben.
Als Leitbibelvers wählten wir 1. Petrus 4,10: Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.

Wichtig zu bemerken ist noch, dass ein Perspektivsatz das Bild aufzeigen soll, in das die Gemeinde in der Zukunft sozusagen hineinwachsen möchte. Er ist aber in der Gegenwartform formuliert, als ob er schon vollständig Realität wäre.  Mit Freude haben wir in den letzten 12 Jahren festgestellt, dass der Perspektivsatz vor unseren Augen immer mehr Wirklichkeit wird.

Eine Gemeinde ist etwas Dynamisches, so dass es wichtig ist, zwischendurch immer mal wieder zu überprüfen, ob der Weg noch so passt, auf dem wir unterwegs sind. Das haben wir bereits 2011 im Rahmen der Visitation getan. Im Oktober und November 2015 haben wir mit ca. 30 Gemeindemitgliedern eine Visionsentwicklung begonnen.

Dabei haben wir unseren Perspektivsatz aktualisiert:

Jesus Christus ist das Zentrum unserer Gemeinde:
Unsere Gemeinde ist ein offenes Zuhause, in dem alle Gottes Liebe erfahren, annehmen und darin wachsen dürfen. Deshalb sind wir unterwegs mit unseren Mitmenschen und dienen einander durch unsere Gaben.

Wir wünschen uns, dass jeder in unserer Gemeinde einen Ort findet, wo er sich zu Hause fühlen kann. Ein Zuhause gibt Geborgenheit, lässt aber auch die Freiheit, die große weite Welt zu entdecken. Deswegen soll unsere Gemeinde ein offenes Zuhause sein. Jeder ist willkommen, darf aber auch frohen Herzens woanders hingehen, wenn er oder sie möchte.

Ohne Liebe bleibt ein Haus ein Haus, ohne ein Zuhause zu sein. Jeder sehnt sich im tiefsten Herzen danach bedingungslos geliebt zu sein, auch dann noch, wenn im Leben alles drunter und drüber geht und man sich vielleicht nicht ein mal mehr selbst leiden kann. So eine Liebe haben wir bei Gott gefunden. Da das Wort „Gott“ im allgemeinen Sprachgebrauch mit vielen unterschiedlichen Vorstellungen verknüpft ist, haben wir in unserem neuen Perspektivsatz aufgenommen, dass Jesus Christus unser Zentrum ist. Damit ist es eindeutig, dass wir von einem christlichen Gottesbild ausgehen. Es ist spannend, sich auf ein Leben mit Gott einzulassen und immer mehr zu entdecken, wie gut er es mit uns meint. Diese Erfahrung wünschen wir von Herzen allen unseren Mitmenschen, da Gott unser eigenes Leben bereichert. Er gibt uns Sinn, Vergebung, Hilfe, Schutz, Trost und führt unser Leben gut.

Liebe ist ein Beziehungsbegriff. Viele verbinden Christsein mit Einhalten von Regeln. Wenn man diese Regeln befolgt, dann gibt Gott demjenigen etwas. Wir denken, dass Christsein primär mit Beziehungen zu tun hat, nämlich mit der Beziehung zu Gott und zu den Mitmenschen. Deswegen haben wir „Gottes Liebe erfahren“ aus dem ersten Perspektivsatz um „annehmen und darin wachsen dürfen“ erweitert. Liebe ist freiwillig. Ohne dass man sich auf den anderen ganz einlässt entsteht eben keine Beziehung. Nehmen wir an, ein junger Mann ist bis über beide Ohren in eine bestimmte Frau verliebt. Diese findet es zwar schmeichelhaft, dass er um sie wirbt, möchte sich dann aber letztendlich doch nicht auf ihn einlassen. Es entsteht keine Beziehung.

Für uns ist diese bedingungslose Liebe Gottes Kraftquelle und Motivation, Beziehungen innerhalb und außerhalb unserer Gemeinde zu pflegen und diese Liebe weiterzugeben. Dabei sind wir unterwegs. Wir sind unterwegs mit unseren Mitmenschen. Wir sind nicht gegen sie, sondern für sie. Wir gehen auf sie zu. Wir begleiten sie ein Stück ihres Lebensweges. Wir lernen alle, wir machen Fehler und lernen hoffentlich aus ihnen. Wir sind unterwegs zu einem guten Ziel. Dabei hilft uns der Blick auf unser Zentrum, auf Jesus Christus, auf den dreieinigen Gott.

Wir sind unterwegs und dienen einander. Als dienende Menschen wollen wir andere nicht unterdrücken, sondern ihnen aufhelfen, wenn sie am Boden sind. Das heißt auch, dass wir aktiv Gottes Liebe, wo immer wir sind, nicht nur in guten Worten, sondern auch mit guten Taten praktisch weitergeben möchten. Dazu hat jeder Mensch verschiedenste Begabungen mitbekommen. Wenn sich jemand auf ein Beziehung mit Gott einlässt, bringt Gott sozusagen als Willkommensgeschenk noch neue Begabungen für uns mit.

Wir wollen unseren Perspektivsatz in den verschiedenen Kreisen unserer Gemeinde kommunizieren und die Menschen mit auf die Reise nehmen.

Wir wollen bei Zielgruppen einen Schwerpunkt auf junge Familien und Flüchtlinge legen, um uns nicht zu verzetteln.

Wir wünschen uns, dass vorhandene Kreise einen Blick und ein Herz für diese Gruppen bekommen, für sie beten und möchten Chancen und Synergien nutzen, wo sie sich anbieten.

Im Rahmen von persönlichen Treffen der Leiter der verschiedenen Kreise möchten wir uns mit ihnen zusammen Gedanken machen, wie man unseren Perspektivsatz praktisch leben kann, insbesondere im Kontext von jungen Familien und Flüchtlingen.

Dadurch sollen die Kreise unserer Gemeinde gefördert und miteinander vernetzt werden.

Es ist schön, dass nicht der Ältestenkreis allein, sondern insgesamt ca. 30 Personen an diesem Visionsentwicklungsprozess mitgewirkt haben.

Lassen wir uns überraschen, wie der neue Perspektivsatz mehr und mehr sichtbar wird.